Zum Beispiel für meine Versprecher. Noch mehr jedoch dafür, wenn ich diese aufschreibe und zufällig wiederfinde, so wie heute.
Es ging um Schweinefleisch. Smiri (ihres Zeichens Meisterköchin from Hell
*hust*) ließ der [m1] folgenden Rat angedeihen:
Nee, das kannste ganz kurz braten, das sind ja Schweinecocktails.
Alles klar, keine weiteren Fragen, Euer Ehren. Herrlich.
Schön auch, daß man sich nicht nur virtuell was
Gutes tun kann, sondern sich auch virtuell
hauen, wenn Bedarf besteht. Feine Sache, das. Ich freu mich übrigens über beides, wenn es nur nett gemeint ist, hihi.
Schalala, mehr bleibt mir nicht zu wünschen.
smiri - 17. Mär, 22:33
Na also, geht doch. So langsam rappelt sich das sinkende Schiff wieder auf, ist anscheinend gar nicht richtig gesunken, bloß ein wenig deprimiert in Selbstmitleid und Zorn ersoffen (das machen Schiffe manchmal, vor allem, wenn sie weiblich sind). Jetzt kanns weitergehen.
Schön auch, wenn mir zugehört wird und gelernt und geübt. Noch schöner, wenn ich meinen Frust in wüsten Beschimpfungen (ok, daran arbeite ich noch) rauslassen kann am Telefon und jeder der Beteiligten es genauso ernst nimmt, wie es gemeint ist.
Der Pferdedieb sagte gestern am Telefon, meine Art zu schreiben erinnert ihn an jemanden, wußte aber nicht, an wen. Das würde mich ja doch mal brennend interessieren...
Ansonsten gibt es aus Smiris Welt nicht viel zu berichten, die Wogen haben sich geglättet, bald werde ich vom Pferdedieb heimgesucht (also wahrscheinlich nächstes Wochenende, wenn alles klappt), Magisterarbeit nervt und nervt und nervt (der VW unter den akademischen Tätigkeiten), weitergehen, weitermachen.
Puha. Und ich krieg wieder Luft und mein Gesicht beruhigt sich auch, wir überlegen noch, ob das Heuschnupfen, diffuse Allergie oder einfach nur massiver Streß war, was den Phoenix in einen postpubertären Streuselkuchen verwandelt hat. Sieht heute immerhin nicht mehr ganz so scheiße aus: Das ist doch mal was.
So, Hausarrest geht weiter, ich weite diesen auch aufs virtuelle Leben aus: Raus aus dem Netz, Smiri, ran an den Schreibtisch! Gnah!
smiri - 17. Mär, 15:25
Mein Ohrwurm heute schon fast den ganzen Tag: "Miscommunication" von Joy Denalane. Bißchen schwülstig, aber nicht ganz unpassend, neinnein. Sonst würde es mir schließlich nicht seit Stunden im Kopf rumturnen...
Hier mal ein Exzerpt:
Wir dachten wir wärn unzertrennlich
woher kam plötzlich diese Kühle?
offenbar waren wir uns schon so nah
daß gar kein Platz mehr zwischen uns blieb für Gefühle
was nur war unser Mißverständnis?
haben wir uns benützt, es nur Liebe genannt?
als hätten wir nicht schon das Herz an uns verlorn,
warum verliern wir auch noch den Verstand?
Manchmal trennen uns Kilometer
doch du bist bei mir,
manchmal warns nur Millimeter
und ich fand keinen Weg zu dir
wollt', ich könn' aus meiner Haut
würd' wieder deine spüren
nicht mehr zürnen, dich berühren
du und ich wär'n eins wie früher...
Immerhin weiß ich jetzt, was ich nicht will. Und zwar so einiges. Pferdediebverlust gehört ganz nach oben auf die Liste der Dinge, die ich nicht will.
Außerdem wäre es ganz nett, wenn mein Gesicht aufhören könnte zu jucken, das tut es nämlich seit letztem Wochenende. Zum AusDerHautFahren, das alles. Die Handrücken und die Unterarme fangen jetzt nämlich auch schon an: Smiri ist nicht wohl in ihrer Haut, metaphorisch und in echt.
Erstmal wird gleich die Stille unterbrochen und ich habe gar nicht mal so viel Angst: In solchen Zeiten bewährt es sich, ungemein bratpfannenerfahren zu sein, denn ab einem bestimmten Punkt füge ich mich einfach, weil mir sowieso nichts anderes übrigbleibt. Das klingt vielleicht resigniert, ist es aber ganz und gar nicht: Es gibt nun mal Dinge, die ich nicht ändern oder beeinflussen kann. Da zucke ich dann lieber mit den Schultern und sehe, was passiert.
Wie auch gleich am Telefon: Wir werden sehen respektive hören.
Wobei Daumen drücken natürlich nie verkehrt ist und sowieso nicht schaden kann, also soll dies bitte tun, wer sich dazu bemüßigt fühlt.
smiri - 16. Mär, 20:12
Die Worte haben mich sinkendes Schiff verlassen, so scheint es. Zumindest momentan. Ich weiß nicht mehr, was richtig ist und angebracht und was falsch und übertrieben, ich denke viel, aber viel zu viel im Kreis. Und wundere mich, woher das denn plötzlich alles kommt, wieso ich mich in meinem momentanen Gefühl so sehr an die Zeit mit dem Miszter erinnert fühle, Kloß im Hals, Hand an der Kehle, Druck auf der Brust, wo ist die Luft hin, wenn man sie braucht?, und bin wütend darüber, wütend über mein Verständnis und meine Unfähigkeit, Grenzen zu setzen (immer noch) und verstehe mich nicht und den andern nicht und sollte doch arbeiten und kann nicht vor lauter Zorn, der sich aufstaut und irgendwohin will und was wird hier gespielt wird hier gespielt und wenn ja nach welchen Regeln?
Ich komm nicht mehr runter und kann mich nicht mehr entspannen und weiß nicht wohin mit mir und warum überhaupt. Wo kommt der Zorn her? Wie ist das alles wirklich, was davon ist wirklich und wo war der Punkt, den ich anscheinend übersehen habe, der alles so kompliziert macht?
Leben, liebes Leben: Ich hab doch schon verstanden, daß nichts sicher ist. Das mußt Du mir doch nicht immer wieder so laut deutlich machen, das weiß ich doch auch so.
Ich hab auch Laufschuhe, habe ich festgestellt. Sie stehen da im Schrank und sehen mich an und wispern und flüstern, wie einfach alles wäre, liefe ich einfach weg. Und manchmal wünsche ich mir, einfach mal nur Läufer zu sein, mit vertauschten Rollen zu agieren und nicht immer kämpfen und wissen und verstehen und wollen zu müssen. Sondern den gefühlt viel einfacheren Part zu übernehmen und loszurennen. Und es mal so zu machen wie sonst die andern: Loslaufen, wenns zuviel wird. Und nicht immer ausharren und stark und fest und beständig bleiben, ich bin so sehr Fels, daß ich mich manchmal selber nicht mehr spüren kann, so verspannt und hart ist alles vom ZähnezusammenbeißenAusharrenDurchsprechenHaltenFesthaltenZeitlassenAbwarten.
Da fällt mir wieder der Satz von Herrn S. ein, der gesagt hat, daß, wenn man nicht weiß, was man machen soll, man erstmal gar nichts machen soll. Irgendwas wird sich dann schon bewegen, wenn man der großen, mysteriösen Entität Leben ein wenig Handlungsspielraum läßt. Wahrscheinlich werde ich genau das tun, weil ich im Moment wirklich gar nicht mehr weiß, was zu tun ist. Ich hasse das. Weil ich auch gar nicht mehr weiß, was ich will, so durcheinander bin ich.
Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Eintrag posten soll oder nicht. Ob das hierhin gehört oder woandershin, weil ich weiß, daß ich gelesen werde. Letztenendes siegen aber die virtuellen Worte: Smiris Welt verlangt nach lückenloser Berichterstattung und ich kann nicht ohne bloggen, ich will auch nicht ohne bloggen, und ein bißchen ist Smiris Welt (neben dem Zimmer meines Therapeuten) mein rechtsfreier Raum, in dem eben alles so ist, wie es ist und ich so bin, wie ich bin.
Ich lasse jetzt mal die andern machen und das Leben. Ich klinke mich aus, keinen Bock mehr, keine Energie mehr, echt nicht. Kompromiß aus Fels und Läufer: Nicht kämpfen, nicht laufen, sondern einfach mal stehenbleiben und sehen, was passiert.
Was hatte ich die Bratpfannen vermißt...
smiri - 16. Mär, 13:55
Schon komisch...zwei Tage wieder hier, und ich werde immer stiller. Der Schreck sitzt tiefer, als ich mir das zugestanden habe, und ich weiß nicht mal, wieso jetzt genau und was eigentlich los ist. Klassische Smirische Verwirrung, gepaart mit unbändigem Freiheitsdrang: Freiheit von meiner Stadt, meiner Arbeit, von allen Zwängen, einfach nur noch Sonne und Ferien, das wäre schön.
Und Aussprache, allerdings nicht verbale: Nähe wäre gut, das SichWiederGutSein auch körperlich manifestieren, einfach nur durch festhalten. Wieder Sicherheit fühlen können, das ging doch alles recht kurzfristig und schnell und schwups war ich wieder im Zug auf der Heimfahrt und weh und durcheinander.
Ich will nichts in Frage stellen, ich bin nur ein wenig ratlos und schweigsam, weil ich viele Dinge grad nicht verbal klären kann. Und vielleicht mache ich auch wieder alles viel zu kompliziert, vielleicht macht mich der Magisterdruck wund im Kopf und im Geist und das rohe, rauhe Hirnfleisch reibt sich an allem auf, was da sein mag, sei es nun schlimm oder nicht.
Ich mag grad einfach nicht mehr reden, ich hab schon so viel gesagt am Wochenende, ich würde gerne einfach handeln und festhalten und agieren und auf diese Weise das kommunizieren, was ich nicht sagen kann.
Denn wenn ich im Moment versuche, zu schreiben, sei es per Mail oder hier, klingt alles nicht so, wie ich es meine, sondern härter oder ängstlicher oder zweifelnder. Oder anders. Oder so.
Nee, heute ist wahrlich kein Tag zum Schreiben, daher lasse ich das für jetzt erstmal gut sein.
smiri - 15. Mär, 14:32