Bezeichnend:
Zwei Bilderrahmen auf einem Fensterbrett nebeneinander, darin Bilder vom gleichen Kind, im linken Rahmen mit Mutter, im rechten mit Vater. Jeweils. Getrennt. Jeder ein eigener (Bezugs-)Rahmen. Gibt es ein Bild von allen dreien zusammen? Vater, Mutter, Kind? Den Klassiker unter den westlichen Familien des zwanzigsten Jahrhunderts (aus dem die Fotos stammen)?
Das Kind, mittlerweile erwachsen und verwunde(r)ter als damals auf den Bildern, besitzt keines. Das Kind Die Frau weiß nicht mal, ob es ein solches Bild gibt, in ihrem Kopf zumindest nicht.
Sie vermißt ihren Vater, sie vermißt auch ihre Mutter. Jeweils. Getrennt. Im eigenen Rahmen.
Aber am meisten vermißt diese junge Frau Eltern: Ihr deucht, sie hatte nie welche.
Und das tut so weh, daß sie nichtmal weinen kann, obwohl der Kloß im Hals so groß ist, daß er alles umfaßt und keinen Platz mehr läßt für nichts und niemanden, noch nicht einmal für die erste Person Singular.
smiri - 4. Mär, 20:11
Grenzen setzen oder über solche schwadronieren, sich aufregen und sich danach vorkommen wie ein Arschloch. Bin ich wirklich so hart in meinen Urteilen oder kommt mir das nur so vor? Reiner Versuch der Abgrenzung oder übermäßige Aufregung? Kein Verständnis mehr für die Belange anderer? Streßbedingte Überreaktion?
Was passiert hier? Jetzt fühle ich mich echt scheiße. Mannmannmann.
Außerdem tanzen Östro-, Gesta- und überhaupt alle Gene ihren ganz eigenen Tanz, der mich schwindlig macht vom Hinfühlen. Ich komme da grad nicht mehr so hundertprozentig mit, vielleicht sollte ich auch einfach mal wieder was essen. Könnte helfen.
And it leaves me all wounded and sore, all this bullshit galore (no rhyme intended, sorry for the inconvenience, no Reimschemata were harmed in the making of this motion picture, weitergehen bitte.).
Gnah.
Abgesehen davon habe ich jetzt endlich ein Fahrrad und mich bei der Jungfernfahrt im Dunkeln ohne Licht und ohne richtige Bremse und ohne Ahnung von der mannigfaltig vorhandenen Gangschaltung (grob geschätzt: verdammt viele Gänge, wäre es ein Menü, ich hätte mich einer Todsünde schuldig gemacht) erstaunlicherweise nicht zuschanden gefahren. Das Teil ist ergo super und ich mobil. Holdrioh!
Tagesbilanz alles in allem: So-so, wir sind auf null. Wenn ich erst was gegessen habe, heißt das - ich merke, mein Hang zur hungerbedingten Selbstverdauung (der Körper denkt schließlich ökonomisch, wenn auch nicht immer praktisch) läßt das Tagesbarometer leicht Richtung Suck City pendeln.
smiri - 4. Mär, 19:36
Immerhin ordentlich was geschafft.
Konzepte im Kopf, neue Ideen, Ansätze und Muster (kann man das korrelieren? Ist das ein Index für...? Wie operationalisiere ich...?), Hirntornado.
Immer wieder Kleinkrieg mit der Technik (processing...processing...), wir lassen uns aber nicht unterkriegen, der Phoenix und ich.
Hoffnungsschimmer: Das muß zu machen sein, irgendwie.
Fünf Wochen, die Zeit läuft.
smiri - 3. Mär, 17:47
Manchmal kann ich mich wirklich nur über mich selber ärgern. So auch heute. Und über Bibliotheksöffnungszeiten. Gnah.
smiri - 3. Mär, 15:49
Da schrub ich, daß ich ohne bloggen nicht kann, und dann muß mich der Pferdedieb erst daran erinnern, daß ich heute noch gar nichts geschrieben habe. Komisch. Wenn mir schon das Bloggen nicht fehlt, in was für einer merkwürdigen Interzone befinde ich mich dann?
Spontan an Naked Lunch und von da aus an die Hamletmaschine gedacht:
Ich war Hamlet. Ich stand an der Küste und redete mit der Brandung BLABLA, im Rücken die Ruinen von Europa. Die Glocken läuteten das Staatsbegräbnis ein, Mörder und Witwe ein Paar, im Stechschritt hinter dem Sarg des Hohen Kadavers die Räte, heulend in schlecht bezahlter Trauer WER IST DIE LEICH IM LEICHENWAGEN / UM WEN HÖRT MAN VIEL SCHREIN UND KLAGEN / DIE LEICH IST EINES GROSSEN / GEBERS VON ALMOSEN das Spalier der Bevölkerung, Werk seiner Staatskunst ER WAR EIN MANN NAHM ALLES NUR VON ALLEN. Ich stoppte den Leichenzug, stemmte den Sarg mit dem Schwert auf, dabei brach die Klinge, mit dem stumpfen Rest gelang es, und verteilte den toten Erzeuger FLEISCH UND FLEISCH GESELLT SICH GERN an die umstehenden Elendsgestalten. Die Trauer ging in Jubel über, der Jubel in Schmatzen, auf dem leeren Sarg besprang der Mörder die Witwe SOLL ICH DIR HINAUFHELFEN ONKEL MACH DIE BEINE AUF MAMA. Ich legte mich auf den Boden und hörte die Welt ihre Runden drehn im Gleichschritt der Verwesung.
Sollte jemand die Vertonung von den Einstürzenden Neubauten besitzen: Ich liehe mir diese gerne mal aus. Ich weiß noch, ich war neunzehn und damals schwer beeindruckt, sowohl von Blixa Bargeld (gut, wer ist das nicht, wenn er neunzehn ist und zum ersten Mal mit der experimentellen Wucht der Neubauten konfrontiert wird) als auch von Heiner Müller.
Mehr gibt es nicht zu berichten. Hoffentlich verwandelt sich mein Rechner nicht in einen Käfer oder einen Sperma absondernden Alienkopf so wie bei Naked Lunch: Mehr kann man von einem solchen Tag nun wirklich nicht erwarten.
smiri - 2. Mär, 21:48