Donnerstag, 15. Februar 2007

Nur zum Rausschreiben, nicht zum Nachfragen.

Smiri ist verwirrt und weiß nicht, ob sie sauer oder froh oder beides sein soll. Ich glaube, ich bin von allem ein bißchen: Damit hab ich jetzt wirklich nicht gerechnet. Leichte Bratpfanne, aber nur eine kleine, und ich bin mehr verdattert als sonstwas. Und ein bißchen traurig. Und gleichzeitig auch erleichtert: Das macht alles menschlicher und realer, nimmt den Druck von Perfektion von mir und beweist mir wieder, wie echt und ehrlich das hier ist, auch wenn es erstmal wehtut.

Daher auch bloggen: Mich reinschreiben und rausschreiben und aufschreiben und festhalten und Gedanken ordnen. Alte Bilder kommen hoch, werden verglichen mit den neuen, Bedeutungen werden entdeckt und festgesetzt, Gefühle eingeordnet und identifiziert...ja, das hier ist Realität. Das ist zum Einen scheiße, weil es wehtut. Andererseits ist es auch gut: Es ist Realität und kein Traum, aus dem ich aufwache.

Und solche Bratpfannen machen vieles klarer, zum Beispiel, wo ich hin will, wo meine Grenzen sind, wohin die Reise geht, was jetzt eigentlich ist und wie das ganze bezeichnet werden soll.

Ich bin verstimmt, was auch nur natürlich ist (wäre ich es nicht, wäre das eine Lüge), aber auch erleichtert. Und verletzt und traurig und andererseits lache ich drüber, nein, nicht lachen, ich lehne mich vielmehr zurück und denke an den Phoenix und was er und ich schon mitgemacht haben und werde recht entspannt, weil ich weiß: Mich bringt nichts mehr um außer der Tod. Alles andere sind Widrigkeiten, die es auszuräumen und zu klären gilt.

Also, liebe Smiri: Es ist, was es ist. Kein Grund, in Panik zu verfallen oder sich aufzuregen, die meiste Arbeit liegt schon hinter Dir, das hier sind nur Kleinigkeiten, die zwar maximal enteln, aber eben nur enteln und nicht wirkliche Verletzungen zuführen.

Und an alle, die jetzt wissen wollen, worum es geht: An dieser Stelle schweigt Smiri sich aus. Punkt. Das hier geht ausnahmsweise wirklich niemanden was an, und so groß ist es nicht, als daß es jemand wissen sollte. Ich will mich nur rausschreiben, mehr nicht, und das habe ich hiermit getan.

Morgen. MorgenMorgenMorgen! MORGEN!

Smiri übt sich in UnGeduld, nur ein wenig mehr als 24 Stunden, vollgepackt mit DingenSachenZeug, die die Dame noch erledigen mußsollkannwilldarf: Hach, wat freu ich mich.

Der Tag vor einem Ereignis ist meines Erachtens der schönste, weil die Vorfreue endlich ein greifbares Ziel hat: Bis morgen ist ein Zeitraum, in dem ich denken kann, das kann ich greifen, das hat sozusagen goldfischbedingte Kurzzeitzukunft.

Gestern wurden leider ganze zwei Blogeinträge gefressen, einer vom abstürzenden Firefox (Linux erstaunt mich immer wieder), einer von einem Smiriklick zuviel: Fenster zu, Affe tot bzw. Blogeintrag weg. Nuja.
Nachschreiben mag ich nicht, dafür waren die Einträge zu sehr situationsbedingt, das krieg ich jetzt so nicht mehr hin.

Heute besteht mein Tag darin, des Phoenix' Nest aufzurüschen, die Ästchen und Stöckchen zu ordnen, eventuelle kleine flackernde Feuerchen zu löschen und alles gemütlich zu machen für das Wochenende, an dem nichts geplant ist, aber viel im Hinterkopf, worauf sich Madame Phoenix und Monsieur Pferdedieb freuen können und dürfen.
Der morgige Tag ist allein der Fellpflege gewidmet: Da putzt sich der Vogel das Feuergefieder, strählt die einzelnen Federn und verziert, wo es nötig erscheint.
Ganz klassisches Balzverhalten lege ich an den Tag, und ich freue mich drüber: Ein besserer Mensch werden, nicht nur äußerlich und punktuell, sondern auch groß angelegt für die nächste Zeit.

Was da auch heißt: Kopf ordnen, wo zur Zeit wieder viel drin rumspukt (wir befinden uns im zweiten Jahr der Phoenixgenerierung, und die ersten Stufen Richtung Keller werden gerade begangen, langsam und zögerlich), Nerven behalten, nicht den Kopf verlieren. Was aber auch heißt: Mich mitteilen, erklären, mich beobachten, aufmerksam, und intervenieren, wenn mein Kopf zu platzen droht.
Und was auch heißt: Wieder essen, mehr oder überhaupt mal und gesünder, viel Wasser trinken (viel heißt mehr als einen halben Liter am Tag), meine Haut pfleger, die trocken ist und schuppt und sich schält und weg will von mir oder ich aus meiner Haut und schlafen und weniger rauchen und gut auf mich aufpassen.

Das alles erfordert Geduld und Fingerspitzengefühl und ein gehöriges Maß an Sensibilität und Aufmerksamkeit, weil ich mich nicht nur auf mich und Trash Town konzentrieren kann und will, sondern auch auf das, was um mich herum passiert. Das fällt mir schwer zuweilen, aber ich weiß, ich kann trotz all dem Ich, was ich mit mir rumtrage, auch für andere da sein, auffangen, zuhören, festhalten. Und auch mal die Klappe halten, meine Sorgen zurückstellen und mich konzentrieren.

Wobei letzteres mir heute unheimlich schwer fällt: Die Sonne scheint, es riecht nach Frühling und ich denke nur MorgenMorgenMorgenMorgenMorgen und freue mich und habe den Kopf gleichzeitig in den Wolken, im Gras, an den Eisenbahnschienen und irgendwo verdreht und verloren.

Und wenn mir auch mein Körper zur Zeit signalisiert, daß nichts gut ist, so ist doch alles gut, weil es nun mal ist, wie es ist: Ich weiß, ich habe noch einen weiten Weg vor mir. Und der ist alles andere als gerade und eben und schön, sondern ein richtiger kleiner Mistweg zuweilen, und ich muß ihn letztenendes ganz alleine gehen, mit dem Wissen, daß ich gut so bin, wie ich bin: Jetzt schon.

Mittwoch, 14. Februar 2007

Dem Schönen, Wahren, Guten.

Wunderbar, einfach nur wunderbar.

Wer irgendwie noch an Karten für die Tour kommt, möge sich bitte bitte Deine Lakaien zusammen mit der Neuen Frankfurter Philharmonie ansehen.

Ich war gestern mit der [m1] und dem Sir in der Alten Oper beim Auftaktkonzert der Tour, und ich war seltenst so ergriffen: Gott, wie schön.

Alleine die Entourage: Das Gebäude der Alten Oper hell erleuchtet, davor auf dem großen Platz hier und dort schwarze Gestalten, wie eine große Gruppe Krähen, sitzend, stehend, laufend: Nur schwarz, überall schwarz. Und für diesen einen Abend gehörten sie (nein, gehörten wir!) dort hin, in genau diese Stadt, in genau dieses Gebäude: Deine (nein, Unsere!) Lakaien geben ein Konzert für uns, für die schwarzgekleideten Gestalten in Ledermänteln, für die subkulturellen Krähen, die sich eines Abends aufmachten, das große, gläserne Frankfurt zu erobern.

Das Konzert war unbeschreiblich schön. Ernst Horn dirigierte nicht nur die Computer und Synthesizer, sondern auch die Philharmonie (der Mann ist ausgebildeter Dirigent, das weiß ich auch erst seit gestern), und was er dirigierte, war beeindruckend: Erst durch die Geigen und Celli und Pauken wurde mir klar, wie komplex das eigentlich elektronische Geschwurbel der Lakaien ist. Da wurde auf die Saiten eines offenen Flügels gehämmert, Geigensaiten geschlagen und gezupft, zwölftonartige, fast schon atonale Klangteppiche gewebt, und über allem lag die Stimme Veljanovs, der nach zwanzig Jahren LakaiSein immer nur besser wird.

Das Publikum bat der Alten Oper etwas, was sie wohl nicht oft zu hören bekommt: Lauten Applaus, Pfiffe und Schreie der Begeisterung, Standing Ovations, die nicht enden wollten und das Allerallerschönste:

Die letzte Zugabe war "Love me to the End", und nach den ersten drei Tönen ging ein Aufschrei durch das Publikum und ein Hüpfer durch mein Herz, denn jeder hatte drauf gewartet und gehofft, aber letztenendes hatte es doch keiner zu träumen gewagt: Dieses Lied, jetzt, hier. Und danach war ich froh und zufrieden, das war der eindeutige Abschluß, danach durfte nichts mehr kommen und kam auch nicht.

Die Musiker waren glücklich, wir auch: Wunderbar.

Montag, 12. Februar 2007

Mwoarrrrrrrrr! Ich rocke!!! Aber das nur am Rande, hehe.

Sodele: Magistrandenkolloquium liegt hinter mir, weder Kopfab- noch Arschaufriß, ergo: Ich bin wieder entspannt. Pfuha.

War alles gar nicht so einfach: Mein Rechner hat gestern Abend beschlossen, daß er gerne zicken möchte, also habe ich bis zwanzig vor zwei (also zwanzig Minuten vor Beginn des Kolloqs) noch an meinem Vortrag gesessen.

Aber war wohl gut. Mein Chef meinte, ich solle an meiner Rhetorik arbeiten: Das Verkaufen liegt mir nicht, wenn ich nicht überzeugt bin, und ich ging davon aus, daß meine Präsentation eine Zumutung vor dem Herrn ist, das kam wohl auch so rüber. Ui. Aber rein inhaltlich und methodisch bin ich auf dem richtigen Weg, und das find ich ganz prosaisch sehr geil.

Haaaaach...jetzt einfach nur noch heim und mich über kurz oder lang ans Telefon klemmen und den Pferdedieb anschreienrufen. Geschrien wird heute nicht, außer vor Begeisterung darüber, daß ich so ein hölleneffektiver Prokrastinator bin.

Geilo.

Schade, daß man Grinsen nicht bloggen kann: Meins wird grad nur von den Ohren daran gehindert, einmal um meinen Kopf rum zu laufen, sähe bestimmt adäquat scheiße aus.

Nie fragen!

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