Donnerstag, 12. Oktober 2006

Dos und Dont's des Alltags.

Eigentlich müßte ich es ja verdammt noch mal besser wissen.

Wissen, daß bestimmte Rechnungen nicht aufgehen, vor allem, wenn sie mit einer Addition von harten Alkoholika beginnen. Daß da am Ende nicht "Um neun Uhr aufstehen" als Ergebnis steht, sondern "Mit einem Kopf so dick und schwer und schmerzhaft wie ein Medizinball viel zu spät an die Uni wanken, im Büro aufschlagen und dort vorm Rechner dahinsiechen".

Liebe Smiri, das war eine äußerst dumme Aktion gestern. Vielen Dank und lieben Gruß, Dein schmerzendes, vergiftetes Hirn.

Aber gestern war auch offizieller Scheißtag an allen Fronten, das sollte man hierbei nicht außer acht lassen. Nerven lagen blank, nicht nur meine (meine eher gegen Ende des Tages), Anstrengungen wurden kulminiert und sind ex- oder implodiert, Rechner stürzten ab, andere kamen nicht ins Internet, Praktikanten wurden hin- und hergescheucht.

An meiner kleinen Front hier aus dem Krisengebiet Trash Town wurden eifrig Tränen zurückgehalten und das eigene Los beklagt. Weil mich immer noch keiner in den Arm nimmt und weil es auch niemanden gibt, der mir das ersetzen kann, was ich vermisse. Das Loch in der Mitte der Seele klafft weit auf und entwickelt eine Tendenz, meine Freude zu verschlingen. Selbst in richtig guten Momenten bin ich nur bei 80 oder 90 Prozent Glück. Der Rest verschwindet im Schwarzen Loch und bleibt erstmal dort.

Was Smiri aber gefunden hat und was mich auch so schnell nicht mehr verlassen wird, ist die Ruhe am Grunde des Sees und mich am Grunde des Sees. Still ist es dort und dunkel und ich bin ganz ruhig und stark und geborgen, denn ich bin bei mir. Dort ist das Nest des Phönix, und dort sitzt er und sieht mich an mit seinen großen, dunklen Augen, die so alt sind wie meine Welt. Gut sieht er aus und gemacht hat er sich. Und ich lehne mich an ihn, an meine Seele, an das heiße Herz meiner Welt, und bin zufrieden und für einen kurzen Moment geborgen im flammenden Gefieder meines Totems.

Mittwoch, 11. Oktober 2006

Das HiWiLeben ist befristet.

Heute habe ich endlich meinem Chef mitgeteilt, daß ich bald aufhöre, sein HiWi zu sein...weil mir nämlich klar war, daß ihm das überhaupt nicht klar ist: Mehr als vier Jahre darf ich nicht, und ich will auch irgendwann nicht mehr. Ich will endlich weg von der Uni, hat ja jetzt auch lange genug gedauert.

Also nur noch bis März.

Was mir allerdings nicht klar war: Wie sehr ich doch an dem Job und an den Leuten hier hänge, was für geile Arbeitsbedingungen ich doch habe...ich werds vermissen. Und die Leute vermissen mich, mehr als ich gedacht hätte (weil ich über sowas nie nachdenke: Daß Leute mich ernsthaft mögen und vermissen...da müssen wir nochmal dran arbeiten, Smiri: Daß Du nicht nur Dir, sondern auch anderen verdammt viel wert bist, daß Du was kannst und bist und das auch andere wissen). Jetzt schon.

Und plötzlich sitz ich hier und vermisse jetzt schon mein kleines Büro und meinen Rechner und meinen Chef und plötzlich wird mir bewußt, daß ich bis auf Spinnereien und EinfachNurWeg keine Ahnung habe, was ich nach dem Studium eigentlich machen will.

Vielleicht bleib ich doch an der Uni, vielleicht promoviere ich doch, vielleicht arbeite ich doch hier, zuhause, bei meinem großartigen Chef. Weil man sowas auf der Welt nicht oft findet.

Und wenn auch die Statik des Gebäudes hier total im Eimer ist und der HauptfachStudiengang geschlossen wird und alles ganz marode und geisteswissenschaftlich und seltsam erscheint: Vielleicht liegt meine Zukunft doch hier...

Dienstag, 10. Oktober 2006

Für wennze ma sauer bis...

Ganz Schön Feist, "Gänseblümchen"

Es war schon wieder so ein Morgen
schon wieder so ein Tag
ich steige aus dem Bett, geschmeidig wie nen Wäschesack
schau in den Spiegel,
da steht nen fremder Mann,
aufgedunsen wie ein Klassenzimmer Tafelschwamm
es läuft schwarze Musik auf irgendeinem Sender
schwärzer als das Dunkel meiner Augenränder
der Kaffee ist alle, die Zeitung geklaut
ich fang nicht an zu fluchen, nein ich sage mir ganz laut:

Ich bin ein Gänseblümchen im Sonnenschein
und durch meine Blüte fließt die Sonne in mich rein
Ich bin ein Gänseblümchen und mir wird ganz warm
ich könnt die ganze Welt und dann mich selbst umarmen. Ich bin ein Gänseblümchen ohne Aggression
Wut Ärger was bringt das schon
Ich bin ein Gänseblümchen und ich sag´s ganz laut:
welche dumme Sau hat mir die Zeitung geklaut?
O is doch wahr, ey!


Jetzt bin ich wieder locker, es geht mir wunderbar
ich mach mir halt nen Tee, doch Tee is auch nicht da
ich hab ein bisschen Hunger und suche was zu Essen
ich finde noch nen Toast, den hab ich mal vergessen.
Der Toast war härter als ein Knäckebrot
wenn ich den gegessen hätte wär ich jetzt tot
doch ich freu mich, dass ich lebe, heut is nen schöner Tag
ich mach mir keine Sorgen auch wenn ich welche hab

Ich bin ein Gänseblümchen im Sonnenschein
und durch meine Blüte fließt die Sonne in mich rein
Ich bin ein Gänseblümchen und mir wird ganz warm
ich könnt die ganze Welt und dann mich selbst umarm.
Ich bin ein Gänseblümchen ohne Aggression
Wut, Ärger was bringt das schon
Ich bin ein Gänseblümchen und ich weiß genau:
irgendwann da krieg ich diese dumme Sau!


Ich bin echt ganz anders seit dem ich das probiere
seitdem ich mich so positiv konditioniere, bin ich ausgeglichen die Ruhe selbst
es ist wie wennze dich halt mit dir selbst unterhältst
und schau ich jetzt in den Spiegel und da steht nen fremder Mann
sag ich "schönen guten Morgen" und lächel ihn an
es is mir auch egal wer meine Zeitung hat;
steht sowieso nur Scheiße im Tageblatt


Ich bin ein Gänseblümchen im Sonnenschein
und durch meine Blüte fließt die Sonne in mich rein
Ich bin ein Gänseblümchen und mir wird ganz warm
ich könnt die ganze Welt und dann mich selbst umarm.
Ich bin ein Gänseblümchen ohne Aggression
Wut Ärger was bringt das schon
Ich bin ein Gänseblümchen auch wenns keiner sieht...
tief in meinem Innern hab ich alle lieb

Sogar dich... du Sackgesicht... hi hi

Ich bin ein Gänseblümchen im Sonnenschein
und durch meine Blüte fließt die Sonne in mich rein
Ich bin ein Gänseblümchen und mir wird ganz warm
ich könnt die ganze Welt und dann mich selbst umarm.
Ich bin ein Gänseblümchen ohne Aggression
Wut Ärger was bringt das schon
Ich bin ein Gänseblümchen auch wenns keiner sieht...
tief in meinem Innern hab ich alle lieb.

Jep, recht hamse, die Jungs. GänseblümchenMantra an und alles wird gut. Hihi...

Hilft sogar, wenn man eigentlich mit seinem Chef einen trinken gehen wollte und dann erfährt, daß man trotz ultratollem Wetter arbeiten muß, weil sich sone Party von zwanzig Mann angekündigt hat. Pöh.

Ich bin ein Gänseblümchen... *seufz*

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