Mittwoch, 20. September 2006

Heute war ein guter Tag.

Smiri sitzt auf neuem Schreibtischstuhl in einem vom neuen Kronleuchter (!!!) erhellten Zimmer inmitten von ausgepackten oder halb ausgepackten oder wild durcheinanderliegenden IkeaKisten und hört Dead Can Dance und ist glücklich.

Glück ist genau so: Jugendsünden hören und mitsingen, Sonne, Ikea, Auto fahren. Alleine Löcher in Decken bohren und Lampen anschließen. Und mit dem Ergebnis mehr als zufrieden sein.
Pettersson und Findus lesen und die Zeichnungen genießen.
Benjamin und Jonathan entdecken, meine zwei schönsten Zimmerpflanzen, die ich je hatte, wobei Benjamin mich zum Lachen bringt und Jonathan mich beruhigt...kein Scherz, ist wirklich so! Benjamin hat gekräuselte Blätter und sieht aus wie ein explodierter Bonsai, Jonathan hingegen ist der große, vernünftige, ernstzunehmende Bruder, der eigentlich mal eine Eiche werden wollte, das aber irgendwie verpeilt hat, und jetzt in Ficusgestalt großen, bösen Baum spielt. Feine Jungs, die zwei!

Eigentlich wollte ich ja hier eine Liste der neuerworbenen tollen SmiriDinge machen, aber das ist mir jetzt zu stressig.

Jedenfalls sieht Smiris Zimmer immer mehr aus wie ein absurdes Damenzimmer von anno dazumal (böse Zungen [ok, der Richtigkeit halber sollte es heißen: Meine eine böse Smirizunge] sprechen von einem chaotischen ZwanzigerJahrePuff) und der blaue Salon wird immer smiriesker.

Relax...

Dienstag, 19. September 2006

Ach, und noch was...

...in drei Monaten werd ich 27. Und in weniger als drei Monaten wird Smiris Welt sage und schreibe (besonders schreibe) drei Jahre alt.

Ich freu mich jetzt schon.

...

Und ein bißchen ruhiger ist es dann doch geworden. Wenn man sich bewußt macht, was man will undoder nicht will, sieht die Lage wesentlich entspannter aus.

Vor allem kann ich jetzt sehen, was mir guttut, was mir nur subjektiv guttut und was mir guttäte, diese drei voneinander unterscheiden und dementsprechend handeln. Klingt sinnvoll, oder?

Weil alles, was das Smiriherz zur Zeit begehrt, wenn es ehrlich ist und ein klein wenig objektiv, ist Ruhe und Alleine und Stille. Und nicht den ganzen Badewannen-Seifen-Wirrwarr der letzten Jahre und Monate und Wochen und Tage. Ein Entschluß ist gefallen, ein fast geheimer, und der befreit mich und macht mich seltsam froh und entspannt. Und plötzlich ist der Alltag nicht mehr ganz so schwierig, auch wenn natürlich alles immer noch schwierig ist.

Aber ich will mir nicht mehr böses tun, mich nicht mehr in Geflechten bewegen, die mich nur einengen und klein machen. Man muß nicht nur seine Grenzen sehen, sondern auch andere, Ist und Soll vergleichen, eigene Ansprüche dingfest machen. Dann wird das schon.

Und wenn ich auch müde bin, des Kämpfens müde, weiß ich doch, daß bessere Zeiten kommen, und manches tut schon nicht mehr so weh wie früher.

Einen Kinotip hab ich noch: Aaltra. Läuft hier nur noch bis Mittwoch, also nichts wie hin!

Montag, 18. September 2006

...

Mir ist kalt. Richtig richtig kalt.

Und das Zittern und der Kloß im Hals sollen wohl erstmal nicht weggehen.

Trash as Trash can.

Bah...

Heute ist ein eins A TrashTownTag, verehrte Lesende. Therapie war richtig anstrengend, jetzt sitze ich zuhause vorm Rechner, Kaffee, Kippen und den Leschi im Anschlag, und weiß nicht, wie der Tag heute weitergehen soll. Am liebsten würde ich mich in meinem Bett vergraben und nur noch heulen, mein jämmerliches SmiriDasein beweinen und mich ein wenig betrauern, die Große, Schöne, Kraftvolle Smiri betrauern, weil sie solch eine Scheißangst vorm Leben hat und nicht in Ruhe gelassen wird und doch immer weiter funktioniert. Good old Flemm, wie man hierzulande sagt.

Und doch muß ich immer weitermüssen und will eigentlich nicht. Vor allem will ich nicht mein Kinderzimmer ausmisten, mich in die Höhle des Löwen begeben, mich mit meiner Mutter auseinandersetzen. Ich habe furchtbare Angst davor und schäme mich ob meiner Angst, schäme mich, weil es im Smiriversum einer Niederlage gleich kommt, Versagen bedeutet, wenn Smiri, das sonderbare Kind mit den Schlangenhaaren, gesteht, daß sie alleine nicht mehr weiterkann.

Ich würd so gerne nicht mehr alleine sein, bin es ja im Grunde genommen auch nicht, aber wer nimmt mich mal in den Arm und wiegt mich und beruhigt mich, wenn ich nicht mehr weiterkann? Und auch das beweine ich, mein Alleinsein beweine ich, das Mädchen alleine im Garten beweine ich. Und ich weine und weine und kann gar nicht mehr aufhören, weil ich mir doch irgendwie zugestehe, daß es so nicht weitergeht. Und nehme Abschied von ganz vielem, was verdammt weh tut.

Wie soll ich denn bitteschön eine Magisterarbeit zustande bringen? Wie soll ich denn jeden Tag Alltag produzieren, wenn in meiner Seele alles im Umsturz begriffen ist, kein Stein auf dem andern bleibt, sich alles täglich, stündlich ändert?

Der Sommer ist vorbei, und es ist viel passiert, aber jetzt kommt ein halbes Jahr lang Herbst und Herbst und Herbst und vielleicht ein bißchen Winter, und auch das ist mir gerade jetzt einfach zu viel.

Und ich bin Gott für die Menschen dankbar, die mich lieben, ich weiß, es gibt sehr sehr viele davon. Aber ich schäme mich, diese meine HerzMenschen mit mir zu belasten, vor ihnen meine Unzulänglichkeit einzugestehen, die letzten Endes nur und lediglich darin besteht, daß ich Hilfe brauche. Hilfe beim Packen, Hilfe beim Ertragen, Hilfe beim Abschied nehmen. Hilfe dabei, das in Kisten zu packen, was ein Symbol für das ist, was ich nicht hatte. Hilfe dabei, mich von der Illusion zu verabschieden, hinter der ich mein Leben lang hinterhergerannt bin.

Und wo wir gerade beim Rennen sind: Jeder Mensch hat einen Läufer. Damit meine ich, angelehnt an Matt Ruffs "Ich und die Anderen", eine Art Selbstschutzprogramm, was in Zeiten wie diesen den Körper bzw. in meinem Fall meine Seele aus der Schußlinie bewegt, um größeren Schaden zu vermeiden. Mein Läufer fängt wieder an zu rennen, auch wenn ich eigentlich nicht rennen mag, lieber stehenbleiben und mich auseinandersetzen. Aber es geht wohl nicht und ist wohl einfach zu viel im Moment, also lasse ich den Läufer seine Arbeit tun. Die darin besteht, viel auszuklammern, viel zu schlafen, viel zu verschlafen, viel zu arbeiten oder nicht zu denken, viel zu trinken oder trinken zu wollen (was mein Läufer zum Glück ein wenig vernachlässigt, Rauchen reicht da erstmal, vielen Dank). Einfach nur weg von mir.

Ich komme mir vor wie seelisches Falschgeld, weil nichts paßt und nichts stimmt und nichts so ist, wie es sein sollte. Oder wie ich es gerne hätte. Und was erschwerend hinzukommt, ist meine zur Zeit mikroskopisch genaue, fast schon erschreckende Fähigkeit zur Selbstreflexion: Ich leide auf zwei Ebenen, der emotionalen zum Einen, und zum Anderen auf der übergeordneten, die sieht, analysiert, beurteilt, wertet.

Und ich muß so viel müssen und will nicht oder schneller und soll doch und weiß auch genau, wie und warum.

Ein neuer Tag in Trash Town hat begonnen...und um mal den Titel der gestrigen Six Feet Under-Folge zu zitieren:

Tut mir leid, ich weiß nicht weiter.

Nie fragen!

Smiris Welt

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