Mittwoch, 3. August 2005

You're just an empty cage, girl, if you kill the bird...

So. Jetzt ist es offiziell und auch bei mir angekommen:

Der Miszter und ich, das ist Geschichte. Ich bin nicht mehr mit Mihà zusammen. Ich bin jetzt Single. Alles im Arsch, ich an erster Stelle. Nach dem ersten Telefongespräch nach dem Wochenende der Katastrophen (ich habe angerufen. Warum wundert mich das nicht?) völliger Zusammenbruch. Ich habe noch nie vom Weinen kotzen müssen, neue und interessante Erfahrung, das. Besonders, da ich seit Samstag eh nichts esse und nicht mehr als drei oder vier Stunden (wenns hochkommt) schlafe. Jahaaa, das ist der Sommer.

Der Gefangenenaustausch (wie ein Bekannter von mir das Sachen des Anderen zurückgeben scherzeshalber bezeichnet) erfolgt die Tage, die Taschen mit den Relikten unserer Beziehung sind gepackt. Mein Gott, ist das wenig. Ich dachte, das wäre viel mehr, so groß, wie die Beziehung für mich war. Und so viel, wie da von Dir und mir dringesteckt hat. Nö, drei kleine Taschen mit Klamotten, ein Schlagzeug, ein Rechner und ein paar Cds. Das wars. Unsre Beziehung.

Du und ich, zusammen gegen den Rest der Welt, gegen unsre Vergangenheit, unsre Zwänge, unsre Ängste. Nie mehr.

Du und ich, zusammen in der Öffentlichkeit und Zuhause, zuhause beim und im andren. Nicht mehr.

Du und ich, zusammen in unsren Träumen und Hoffnungen und Plänen. Nie mehr.

Jetzt heißt es: Du alleine, ich alleine, jeder für sich oder gegen sich.

Ich komme wieder auf die Füße, das weiß ich. Irgendwann. Auch wenn es so weh tut zur Zeit, daß ich nicht atmen kann, daß ich das scharfe Küchenmesser nehme (auch Deines, weißt Du noch? Du hast Dich immer beschwert, daß andere Leute nie scharfe Messer haben, und daher Deines mitgebracht). Und mich nicht schneiden kann, es zwar versuche, aber nicht kann, weil es nicht scharf genug ist. (An dieser Stelle vermute ich göttliche Fügung, Danke nochmal, Du da oben.) An alle Leser und -innen, die jetzt einen Schreck und Angst um mich kriegen: keine Angst haben. So weit gehe ich nicht, denn auch wenn das Leben und die Welt und die Menschen böse zu mir sind, liebe ich dieses verdammte Scheißleben viel zu sehr, um mich dergestalt aus dem Off zu schießen. Das habe ich nicht vor Ablauf der mir zugedachten Zeit vor, so don't worry, meine Lieben!

Die Einträge der letzten Zeit scheinen mir die intensivsten zu sein, die ich je geschrieben habe. Die intimsten. Die, die vielleicht die meiste Reaktion auslösen können, weil mehrere Leute hier mitlesen, die mich kennen. Vielleicht werde ich sie irgendwann löschen, aber im Moment muß ich schreiben. Und ich will für mich schreiben, aber eben nicht nur für mich, sondern für Euch da draußen. Vielleicht gibt es jemanden, der das hier liest und dem es ähnlich geht, vielleicht hilft es. Mir hilft es jedenfalls.

Entschuldigung, dieser Eintrag ist völlig ohne Konzept geschrieben (aber mal ehrlich: Wann tue ich das jemals, hm?) und daher ploppt alles nur so aus mir raus. Ich schreibe mir die Angst weg und die Traurigkeit,den Zusammenbruch der letzten paar Stunden, die Heulkrämpfe und das Gefühl, nicht mehr weiterzukönnen.

Ja, das hier ist so einer von diesen sentimentalen Scheißblogs, wo eine emotionale Irre sich versucht zu therapieren. Wenn Ihr, liebe Leser, also cool und up to date sein wollt, lest diesen Blog nicht. ("Die sagt ja sogar "der" blog! IIIIH!"... ach, haltet doch einfach die Klappe)

Besagte emotionale Irre (oder besser ausgedrückt: Besagte junge Dame mit großem Herzen und dem Liebeskummer des Jahres) geht jetzt nämlich einen Kaffee trinken und hirnlose Gespräche in der allseits bekannten KaffeeKonsumAnstalt pflegen (der Hort allen Desasters, aber dafür kann ja die Kneipe nüscht). Ich wünsche allseits einen Abend, der ruhiger ist als meiner und jedem Leser einen Menschen, der ihn aufrichtig und mit ganzem Herzen liebt. Das ist nämlich das Wichtigste auf der Welt, wie ich jetzt mal wieder erfahren habe, und soll ich Euch was sagen: Ich habe gleich mehrere davon. Denn auch wenn der Mensch ganz tief in meinem Herzen plötzlich weg ist, gibt es noch andere, die mich aufrecht halten. Die herznahste Mehrheit sitzt zur Zeit im Bus nach Polen, big kisses to you, denn ich weiß, Ihr werdets lesen, sobald Ihr da seid!!!
(Heute ist übrigens der Tag der versteckten ZwischenDenZeilenEinschubGedanken in Klammern...gemerkt? Ich glaube, man könnte mit ein wenig Übung an meiner Zeichensetzung meinen Gemütszustand ablesen. Klammern heißen glaube ich sich zusammenreißen und nachdenken.)

Montag, 1. August 2005

Desaster Area 2005

Oh. Mein. Gott.

Das hier ist der Zenit allen Unglücks, sehr viel schlimmer kann es glaube ich nicht mehr kommen...

Nach zwei Wochen relativer Ruhe und dem Wissen und Vertrauen (unberechtigterweise, wie sich am Wochenende herausgestellt hat), daß wir es schaffen, daß es weitergehen wird, egal was passiert, nun das Fest am Wochenende.

Ich will nicht schreiben, was genau passiert ist, dafür tut es viel zu weh. Aber nur so viel: Ich bin noch nie so verletzt worden wie an diesem Wochenende. Ich habe gefragt, wieviel man kaputtmachen kann, bevor die Seele implodiert. Jetzt weiß ich es. Genau so viel. In mir ist endgültig was kaputt, mit Füßen getreten, drauf rumgetrampelt und draufgespuckt. Alles weg, was war. Nur noch Schmerz, beständiger, bodenloser. Ich muß hier weg, will nur noch hier raus. Weg von dem Elend, weg von den mitleidigen Gesichtern, weil alle wissen, was ich nicht schreiben will. Ich weiß es zwar, aber es kommt nicht an, trotz all dem Weh.

Nie mehr.

Alleine.

Nicht mehr.

Das alles sind Begriffe, die ich noch nicht glauben kann. Ich bin völlig überfordert mit der Situation. Sowas ist mir noch nie passiert, und mir ist schon Einiges passiert. Gerade zwei Wochen der relativen Ruhe oder zumindest des langsamen Aufbaus, Wiederaufbaus von Vertrauen, Nähe. Und dann das, hinterrücks und offensichtlich zugleich. Ich kann gar nicht beschreiben, wie ich mich fühle...außer: Es ging mir noch nie so schlecht wie jetzt. Smiri ist tot, the girl with the bambi eyes is dead. Und jeder weiß, wie und wann das passiert ist. Das macht es fast nur noch schlimmer, weil ich weiß, wer dabei war, wer was gesehen hat, wer was von wem mitbekommen und gehört hat. Und jeder versucht leise zu sein und lieb, weil alle wissen, was mit mir los ist. Und so werde ich nur noch mehr an das erinnert, was passiert ist. Ich kann nicht schlafen, nicht essen, nicht lesen. Es gibt nichts und niemanden, der mir helfen kann. Gerade jetzt, wo ich eh schon am Boden gelegen habe die letzten Tage. Noch eins drauf, noch eins in die Fresse, krönender Höhepunkt des Schmerzes, effektiv beigebracht, das Messer genau richtig angesetzt und umgedreht und gedreht und gedreht. Ich frage mich nicht mehr, warum. Es gibt kein warum. Nur Schmerzen. Nur Weinen. Nur ... Leere. Und Gespenster in der Leere, Gedanken und Erinnerungen und Bilder, die da sind und nicht weg wollen, die schreien und flüstern und fragen und rufen. Aber ich will das alles nicht hören, kann es nicht hören. Nicht begreifen. Nicht verarbeiten. Ich bin taub. I feel numb.

Will ich überhaupt noch irgendwas? Ich kann mir gerade jetzt, gerade hier nicht vorstellen, etwas vom Leben zu wollen, weil alles, was ich wollte, der Mensch, den ich wirklich wollte, mit ganzem Herzen wollte, weg ist. Nicht nur weg, einfach so, sondern mir vorher das Herz rausgerissen hat mit seiner Dummheit. Wobei Dummheit nicht reicht als Wort. Die, die es erfahren haben, sind sprachlos ob der völligen WasAuchImmerHeit der Situation, sind fassungslos, hilflos. Jeder würde gerne etwas tun, aber niemand weiß so genau, was. Weil man nichts tun kann. Ich auch nicht. Ich weiß nur, es wird sich etwas ändern müssen, sonst breche ich innerhalb der nächsten Wochen zusammen.

Es ist mal wieder Zeit, nach Taizé zu fahren. Ich werde fahren, und zwar alleine. Nicht für eine Woche, sondern für zwei. In die Stille, alleine mit mir, um herauszufinden, was von mir überhaupt noch übrig ist. Alles krampft sich zusammen, wenn ich an das denke, was passiert ist. Alles tut weh, wenn ich das Wochenende vor mir sehe. Wenn ich sehe, was ich gesehen habe und was mir berichtet wurde und mir vorstelle. Ich sterbe, jeden Tag ein Stück. Deshalb muß ich hier schleunigst weg. Ich habe mein Urvertrauen verloren, gestohlen bekommen, das Wesen meiner Seele verloren. Mein Wesen verloren. Mich verloren. Kann nicht mehr an Liebe, Vertrauen, Nähe glauben. Kann an nichts mehr glauben. Kann nicht mehr glauben, daß das, wofür ich lebe, sinnvoll ist. Weil mein übergroßes SmiriHerz mich ein ums andre Mal verletzlich macht. Weil mein Verständnis, mein Vertrauen in den andren mit Füßen getreten wird, ausgenutzt, benutzt wird. Weil es mich umbringt, jedes Mal ein Stück mehr.

Ich kann nicht mehr, echt nicht. Es fehlt nichts mehr zu meinem Unglück, aber ich bin noch nicht so weit, einzusehen, daß es nur noch aufwärts gehen kann. Ich sitze ganz unten am Grund des Lochs im Boden und kann noch nicht mal hochschauen, weil es so wehtut.

Es tut so weh.

Es tut so weh.

Es tut so weh.

Und auch hier wieder: Freunde, die ehrlich sind, die es gut mit mir meinen, die mich lieben, die zu mir halten. Ich danke Euch so sehr! Und hoffe, daß ich das, was Ihr mir gebt, irgendwann zurückgeben kann. Wenn ich wieder zu mir gekommen, bei mir angekommen, wenn ich wieder ich bin. Und damit auch da für Euch.

Ich will meine Liebe wiederfinden. Ich will wieder glauben können. An mich und auch an andere. An Gott. Liebe. Leben. An alles, was mir wichtig ist.


Bitte.
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Donnerstag, 14. Juli 2005

WahWahWah!

Schalali und was so dazugehört. War gestern bei meiner Mutter und stellte fest, daß es das erste Mal war, daß wir beide mit Beziehung und dazugehörigem Problem aufeinandertrafen - die letzten Jahre war ich dank Scheidungskind und in Ermangelung eines ErsatzPatriarchenRespektiveVäterlichenMamaFreundes immer die einzige mit Beziehung und Problem und daher trostbedürftig. Schon komisch, das. Und wie Mum so treffend festgestellt hat: "Sobald Du emotional involviert ist, ist es egal, ob Du 25 oder 55 bist..."

Tja, da sitze ich nun in meiner Eigenschaft als emotional mehr als involvierte und harre der Dinge, die da kommen mögen. Harr. In diesem Zwischenzustand geht es mir erstaunlich gut. Bis auf die Abende. Wenn es dunkel wird, ist meine Wohnung so groß und ich so klein und bedürftig nach Nähe. Da fallen mir dann auch die verschiedensten Dinge ein, die tagsüber vom Sonnenlicht (was jetzt endlich auch mal hier angekommen ist) weggebrannt werden. Daß ich zum Beispiel immer noch harre und warte und hoffe und bange und daß es mir in dem Zwischenzustand eigentlich gar nicht mal so gut geht. Daß ich mich nicht in der Unklarheit einnisten will. Daß andere Leute schon die Nerven verloren hätten, was bei mir ein bißchen anders gelagert ist, weil ich das Gefühl habe, immer die Nerven zu verlieren, nur manchmal eben mehr und manchmal weniger. Daß ich nicht weiß, wie zornig ich sein darf. Oder soll. Oder muß. Ich habe Angst, Deadlines zu setzen, Druck machen zu müssen, aber auch das Gefühl, daß ich es über kurz oder lang muß, wenn ich mich selbst nicht wieder klein machen will, endlosgeduldigschafgleichdemütige Smiri, als die ich mich in der Vergangenheit viel zu oft erwiesen habe. Solange ich keinen visuellen Input bekomme, ist alles ok, aber es reichen so kleine Dinge, ein paar Schuhe, eine DVD, ein Zettel, ein Armband. Plopp, alles wieder da und alles furchtbar unbesprochen. Sind jetzt schon fast zwei Wochen. Und immer noch kaum einen Schritt weiter. Schwanken zwischen Wut und Enttäuschung und Trauer und Hoffnung und Wollen und vor allem WiederHabenWollenVermissenSehnenBedürfen.

Rabäh.

Heute wurde ich übrigens Zeuge der Abgabe einer Magisterarbeit einer Freundin von mir. Was muß das für ein Gefühl sein... Nächste Woche fange ich mit den Vorarbeiten zu meiner Magisterarbeit an. Ich bin gespannt.

Wie schlimm muß es sein, zu wissen, daß es nicht funktionieren wird, und es trotzdem zu wollen von ganzem Herzen? Und sich daran gewöhnen müssen, an den Gedanken gewöhnen müssen, den Gedanken andenken müssen, daß es das war? For ever? Nevermore? Ganz ganz dicker Hug an Sie, Madam, Sie wissen, wer gemeint ist. Alles wird gut, irgendwie. Das glaube ich ja immer noch. Vielleicht ist das der Smiri Kern: Alles wird gut.

Ich überlege, mein Schlafzimmer zu streichen. Vielleicht, vielleicht auch nicht.

Erst will ich ... die sogenannten und berühmt-berüchtigten "klaren Verhältnisse". Kann ein Verhältnis denn überhaupt klar sein, wenn mehr als ein Mensch daran beteiligt ist? Hach, ich bin heute viel zu relativistisch. Oder konstruktivistisch. Oder zu systemisch. Oder einfach zu 25 und deshalb zu verunsichert, um sicher zu sein.
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