Montag, 23. Oktober 2006

Vom Büro über den Campus zum Hörsaal und wieder zurück. Und das ganze bitte dreimal.

Also...ich mach ja eigentlich keinen Sport. Aber da heute (in der zweiten Veranstaltungswoche) die Erziehungswissenschaft dann doch auch mal anfängt mit Seminaren und Vorlesungen, bin ich als Lehrstuhlmobiliar wie immer für Auf- und Abbau der Technik zuständig. Weshalb ich heute den ganzen Tag (also von 15 bis 18 Uhr, to be precise) nichts anderes getan habe, als Laptops von Pontius (mein Büro) bis Pilatus (der Hörsaal am anderen Ende des Campus) zu schleppen (deshalb heißen die Dinger ja auch Schlepptops), mich dabei im hiesigen Baustellensumpfmorast zu verheddern, irgendwelche professorentauglichen Schleichwege durch selbigen Morast zu finden, Professoren zu Hörsälen zu geleiten und so weiter. Zwischendrin dann noch Treffen mit allen irgendwie Verantwortlichen für die Studie, die ich auf die Beine stellen soll und das hier muß ganz dringend korrekturgelesen werden, am besten bis gestern, kannst Du bitte grad noch und kopieren und in die Germanistik.

Alles in allem war ich heute also hier und am arbeiten von 13 Uhr bis jetzt.

Puha.

Wen wunderts, daß ich plötzlich in meinem Büro stehe und denke: "Irgendwas fehlt....verdammt nochmal, ich hatte doch eben...OMGWOISTDERLAPTOP???".

Tja. Den hatte ich nämlich nicht, wie eigentlich gedacht, irgendwo in meinem Büro zwischengeparkt (das war bei der Campustour davor!), sondern beim vorlesenden Professor im Hörsaal vergessen. Aber zum Glück mußte ich ja nochmal hin, seinen Laptop abbauen und den anderen Lehrstuhllaptop der Vorlesung davor dann fest an mein Herz gedrückt mitnehmen.

Im großen und ganzen: Kopp im Arsch im Sinne von "nicht an der dafür vorgesehenen Stelle am Ende meines Halses, sondern Ganz. Weit. Weg".

Mein Therapeut, dem ich meine Verpeilung bereits heute morgen schilderte (da diese sich schon seit zwei Tagen ankündigt), meinte nur, ich solle auf mich aufpassen: Eine Kommilitonin von ihm sei in einem solchen Zustand geistiger Abwesenheit mal vor einen VW-Bus gelaufen. Was erstens heißt: Mp3-Player besser mal auslassen und zweitens: Das Studium meines Therapeuten ist schon ein wenig länger her - damals gabs nämlich noch VW-Busse...

Wort zum Sonntag.

Viele Projekte tun sich auf, mehrere richtig große, viele kleine. Wir werden sehen.

Der Phoenix war tanzen gestern, richtig aus war er und wunderschön und rotzefrech. Was soll ich sagen: Ich gefiel mir. Und so langsam synchronisieren sich Innen- und Außenwelt, die Umwelt ist verblüfft und bemerkt die Veränderung.

Ich weiß, wo meine Grenzen liegen, eine davon wurde oder wird gerade erreicht, Zeit, in sich zu gehen und sich neu auszurichten, Zeit, Entschlüsse zu fassen.

Viel zu wenig Worte für das hier, heute. Immerhin ist Sonntag, Ruhetag. So auch in Smiris Welt.

Ich mache mich bereit für das, was kommt, denn es wird etwas passieren. Dieses EsLiegtEtwasInDerLuftGefühl macht sich breit, also los, Smiri, Nase in den Wind, Phoenix im Anschlag...wir sind gespannt, der Phoenix und ich.

Ende Neu, alles auf Anfang.

Ich freu mich. Und es geht mir gut.

Samstag, 21. Oktober 2006

Achtung. Arbeit!

Großartiger Industrialsong, der mir soeben wieder ins Gedächtnis fiel und Ausdruck meiner derzeitigen Arbeitssituation ist. Ja, ich arbeite viel, aber seltsamerweise mit Spaß an der Sache und Motivation.

Ich muß ein bißchen auf mich aufpassen, das ist mir in den letzten Tagen noch klarer geworden: Ich träume viel und wild und ich merke, da passiert was, da fühle ich Dinge, auf die ich ein mentales Auge werfen muß.

Heute nacht schon wieder vom Miszter geträumt, und immer in diesen Träumen reden wir, wie wir es im echten Leben nicht können: Ehrlich und mit Blick fest in die Augen des andern, von Gefühlen, von der Beziehung, die wir hatten und jetzt nicht mehr haben, schon lange nicht mehr haben.
Ich will ihn nicht zurück, das nicht, dafür weiß ich zuviel und habe zuviel gesehen und erlebt und erzählt bekommen: Das wird nicht mehr funktionieren und das "Nie mehr" war ein endgültiges. Aber reden würde ich gerne mit ihm, ihm von mir erzählen und ihm zuhören, wie er von sich erzählt.

Manchmal hoffe ich, daß er hier noch mitliest: Es wäre vorstellbar und nicht völlig unmöglich. Und in dem Moment zensiere ich mich schon wieder, weil ich viele Dinge nicht schreibe, über ihn und mich und uns zur Zeit, die ich aber trotzdem gerne sagen würde.

Und so träume ich, immer öfter zur Zeit, daß wir reden, von Angesicht zu Angesicht, er und ich, zusammen. Und uns wieder in die Augen sehen und merken, wie viel Liebe da noch ist, wie viel nicht ausgesprochen wurde die letzten sechs Monate. Und in meinen Träumen darf ich ihn im Arm halten, seine Hand halten, sein Gesicht ansehen und berühren, manchmal sogar...ihn küssen. So wie früher, nur trauriger und endgültiger, weil es kein Anfang von etwas ist, sondern ein Abschiedskuß: So war es, das war es, ab hier endgültig nichts mehr. Ich darf ihm sagen, daß ich ihn vermisse, daß es immer noch weh tut, daß ich von ihm träume darf ich ihm sagen im Traum und daß ich immer noch traurig bin, daß es nicht sein durfte mit uns, nicht mehr sein darf als das, was wir hatten. Und daß mir die guten Momente wieder einfallen, daß ich ihm danke für diese guten Momente, daß er mich ein Stück weitergetragen hat, daß er mich aufgefangen hat, nicht immer, aber oft. Und daß ich ihm danke für das Gefühl der Zweiheit, was wir fast anderthalb Jahre mit uns trugen, atmeten und lebten.

Ich würde heute vieles anders machen, anders handeln, andere Dinge sagen. Aber damals tat ich alles nach bestem Wissen und Gewissen, ich hätte nichts anders machen können und ich bereue nichts. Keine Sekunde bereue ich, denn es mußte so kommen, mußte so sein und werden, was es jetzt ist. Ich muß heute hier sitzen und diese Zeilen schreiben, von meinen Träumen erzählen und meiner Hoffnung, daß es ihm genauso geht.

Nein, ich will keinen Neuanfang. Ich will nur ein gutes Ende, für mich.

Ich arbeite und verarbeite und schreibe alle Liebe für ihn zwischen diese Zeilen, für meinen Miszter. Ich habe Dich geliebt, wirklich und wahrhaftig geliebt, und das weißt Du, denke ich.

Szeretlek, csillagom. Immer noch. Nur auf eine andere Art und Weise.

Und es ist gut. Wie es ist.

Donnerstag, 19. Oktober 2006

Was wollen wir trinken... Bitte erstmal nichts mehr, vielen Dank auch.

Eieiei...Smiri war schon wieder immens betrunken gestern, was allerdings ein MitMissyInZeitenDerNotTrinken war und dennoch Spaß gemacht hat.

Und auch hier merke ich die Früchte der Therapie: Ich werde nicht mehr niedlich, wenn ich einen im Tee habe, so wie früher. Sondern ich bleibe im Großen und Ganzen so wie immer, vielleicht ein bißchen eindringlicher und langsamer, auf Koordination und Artikulation konzentriert, und zuweilen ein wenig wahnsinniger und selbstsicherer (wie beispielsweise am Wochenende), aber im Großen und Ganzen einfach authentisch ich. Nicht klein und niedlich und verpeilt und irgendwie süß, sondern smiriesk durch und durch.

Das scheint mir auch der Grund, weshalb die letzen Tage offiziell unter "Gute Tage" verbucht werden können: Sie waren authentische SmiriTage, nicht verbogen, nicht verschwiegen, nicht verklemmt und sich im eigenen Selbst verheddert, sondern meine Tage.

Und wenn ich mir die Missy so ankucke, wies ihr geht und was sie denkt und fühlt, denke ich an mich vor einem Jahr, wie es mir ging und wie ich dachte und fühlte: Schlecht, richtig schlecht und furchtbar.

Als ich das erste Mal bei Herrn S. war und auf seinem Sessel ihm gegenüber saß und erzählte, war ich so fertig wie noch nie zuvor in meinem Leben. Gutes Timing, daß ich zu dieser Zeit ausgerechnet an ihn geraten bin, daß alles so unproblematisch geklappt hat, daß die Krankenkasse eingewilligt hat, daß ich mich dazu aufraffen konnte, dreimal die Woche den gleichen Weg zur Therapie zu gehen.

Denn jetzt sehe ich die Missy und sehe mich damals und jetzt und weiß: So schlecht wird es mir nie wieder in meinem Leben gehen. Klar wird es mir bestimmt nochmal schlecht gehen, schlechter als heute, viel schlechter, aber: es wird anders sein. Besser schlecht, wenn es denn so etwas gibt. Denn ich bin bei mir angekommen und verlasse mich so schnell nicht wieder, ich bleibe bei mir, und das alleine macht alles viel trag- und faßbarer, wenn man wenigstens nicht mehr außer sich, sondern bei sich ist in Zeiten der Not.

Mittlerweile kann ich Sachen mit mir alleine ausmachen, trage aber nicht mehr alles im Stillen und Geheimen. Mittlerweile kann ich Leute um Hilfe bitten, wenn ich nicht mehr weiter weiß, kann mich selbst beobachten und Schlüsse ziehen, meine Finger von offensichtlichem Unglück lassen, kompetent zur Seite stehen, weil ich nicht mehr hemmungslos und grenzenlos mitleide, sondern meine Grenzen ziehe und kenne und von meiner Festung aus agieren kann.

Mein Palast auf den Ruinen von Trash Town hat erste Türme und Zinnen und Wehre und ein großes, massives Burgtor bekommen in den letzten Wochen, und hereingelassen wird nur, wer es verdient hat, wer ungefährlich ist, wer der PhönixBurg Gutes tun kann und will.
Nun gut, die Mauern sind noch ein wenig wacklig an einigen Ecken und Enden, und wirklich bequem ist es auch noch nicht - manchmal pfeift der Wind durch die Räume und dann wird es kalt. Aber das kommt alles noch.

Und ich habe ein Motto dazubekommen: Es heißt nicht mehr nur "Alles wird Gut", also ausharren, aushalten, Zähne zusammenbeißen und sich an die Hoffnung klammern, auf daß man den Halt nicht verliert beim Ertrinken, sondern auch "Alles hat seine Zeit".

Denn: Man muß nicht immer etwas tun, und oftmals ist die Lösung eines Problems nicht die Art der Handlung, entscheidend ist vor allem der richtige Zeitpunkt.

"Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit." (Kohelet 3, 1-8)

[Hier zitiere ich übrigens nicht nur die Bibel, sondern meinen eigenen Blogeintrag von vor bißchen mehr als einem Jahr. Wußte ich doch, daß ich das schon mal irgendwann geschrieben hatte, ts!]

[edit: Ich habe soeben gelesen, daß ich damals "Ich und die Anderen" von Matt Ruff empfahl. Erstaunlich. Denn meine aktuelle Lektüre ist... "Ich und die Anderen". Von Matt Ruff. Na, da brat mir mal einer einen Storch...]

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